Bouldern (4. Klassen)

Bouldern

"Geschlechterspezifische Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf körperlicher und emotionaler/sozialer Ebene beim Bouldern (Klettern)"

Entdecke mit deiner Kreativität die Kunst des freien Kletterns und das Abenteuer deines Selbst. Lerne deine persönlichen Stärken und Schwächen kennen. 

Themen: Festhalten - Loslassen, Scheitern, Training (Technik, Kraft, Ausdauer), Partnerübungen

Klettern fördert das Verantwortungsbewusstsein

Das Sportklettern kann einen Beitrag zur Entwicklung der Sozialkompetenz leisten. Im Unterschied zu vielen anderen Sportarten gibt es beim Sportklettern kein direktes Gegeneinander, sondern ein zwingend notwendiges Miteinander. Es gilt, Rücksicht zu nehmen, Verantwortung zu übernehmen und Vertrauen zu schenken.

Klettern fordert zu selbständigem Handeln heraus

Das Sportklettern fördert die Eigeninitiative und Eigenständigkeit. Jede Kletterstelle, jede Kletterroute ist einmalig. Es gibt deshalb keine einheitlichen Lösungen von Kletterproblemen. Jeder Kletterer muss eine situationsangepasste und seinen individuellen Voraussetzungen entsprechende Lösung finden.

Klettern verbessert Körper- und Bewegungsgefühl

Das Sportklettern bewirkt durch die Verbesserung der kletterspezifischen Bewegungskoordination eine Verbesserung der allgemeinen Sport- und Alltagsmotorik. Das ständige Suchen und Wahren des Gleichgewichts und das Anpassen an die sich stets ändernden äußeren Gegebenheiten schulen das Körper- und Bewegungsgefühl in großem Masse.

Jugendliche in diesem Alter bringen unterschiedliche psychische und motorische Fähigkeiten mit. Diese sind abhängig von der:

  • • geschlechtliche Reifung und die damit verbundene Persönlichkeitsveränderung (Toleranz aufbringen)
  • • intrinsische Motivation (Klettern aus eigenem Antrieb, soll als Freude empfunden werden)
  • • motorische Entwicklung
  • • Geschlecht

  

Teil 1 - Aufwärmen

Allgemeines Aufwärmen

Fangenspielen – Als Leo gilt, wenn man sich auf die Wand rettet und kein Körperteil den Boden berührt.

Mädchen gegen Burschen: Auf die Wand hinaufklettern und Gegenstände aus einem Behälter fischen und ins Ziel tragen. Jeder/e kommt an die Reihe. Welche Gruppe als erstes das Behältnis geleert hat.

 Teil 2 – Hauptteil

 Schüler gehen zu zweit zusammen. Am besten immer ein Mädchen und ein Bursch

Stabile Position finden

  • •Vorbereitende Übungen: Beim Stand am Boden wird das Becken so lange verschoben, bis es möglich wird ein Bein zu lösen.
  • •Spielerische Übung „Fußrangeln“: Zwei Kletterer versuchen sich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dies darf aber nur mit einem Bein geschehen.

 Übungen zur Höhersteigen (Achtung auf gestreckten Arm und lockere Schulter)

  • Viele kleine Schritte, dann Greifen
  • Tritt, Tritt, Greifen
  • Alles in Zeitlupe
  • Immer 1 Zug laut vorausplanen

Achtung: Beim Weitergreifen ist besonders auf den Beckenimpuls zu achten, er unterstützt den ziehenden Arm. Die weitergreifende Hand löst sich erst sehr spät vom „alten“ Griff.

Selbstbeobachtung/Fremdbeobachtung

-       Wird unbelastet angestiegen?

-       Woher kommt der Impuls?

-       Fand er eine gute Rastposition? (Eine Position finden, an der eine Hand, eventuell auch beide Hände, losgelassen 

        werden kann)

Durchführung:

  • Zu zweit: eine Krake und ein Beobachter.
  • Ein Griff ist an der Wand markiert (ein farbiges Haarband eignet sich besonders).

Ziel:

  • Möglichst viele Griffe berühren.

Instruktion:

  • Die Krake muss mit der Hand möglichst viele Griffe rund um den markierten Griff berühren, ohne diesen loszulassen (Handwechsel ist erlaubt)
  • Der Beobachter zählt die berührten Griffe
  • Anschließend Rollentausch
  • Wer kann mehr Griffe berühren

 Durchführung:

•          Im Quergang durchzuführen 

•          In Zweiergruppen, ein Kletterer, ein Dirigent • Die 2 Spieler sind Partner Ziel:

•          Diejenigen Züge schaffen, die der Dirigent vorgibt Instruktionen:

•          Der Klettere bewegt sich nur nach den Instruktionen des Dirigenten (z.B.: re. Hand auf den gelben Griff, ...)

•          Ein Schüler Klettert der anderer dirigiert, anschließend Rollentausch

Kriterium des Erfolgs: Route so klettern wie der Dirigent ansagt, Tritte und Griffe

Empfehlung: Nur Hände oder nur Füße ansagen

Sparprogramm:

Von einem definiertem Startgriff mit möglichst wenig Griffen einen definierten Zielgriff erreichen

Vor- und Nachklettern

8-10 Griffe vorklettern und beobachten – der 2. klettert genau alles nach (bei Fehler Punkteabzug)

Männlein & Weiblein

Ein Pärchen (ein Mädchen und ein Bursche) bilden ein Paar. Einer klettert vor (4 bis 5 Züge), während der andere versucht sich die Griffe und die Fußpositionen zu merken und anschließend versucht die Route im selben Stil nachzuklettern. Erfahrungsaustausch – hätte eine andere Fußposition nicht leichter ans Ziel geführt.

Maulwurf

Gewählt wird eine zusammenhängende Kombination von 4 bis 5 Zügen, die ohne große Anstrengung ca. 3x wiederholt werden kann. Anschließend werden die Augen des Kletternden verbunden und diese Kombination (Griff und Fußposition) blind geklettert. Anweisungen durch den Partner sind erlaubt.

Schult die Sinne und fördert die Automatisierung der Bewegung

Zwischendurch freies Klettern und Spielen

Die Schüler werden immer wieder angehalten darauf zu achten, ob sie Unterschiede, in den Art sich auf der Wand fortzubewegen, erkennen.

Maximale Höhe erreichen

Die Schüler werden einzeln dazu aufgefordert, so hoch wie möglich zu klettern und anschließend befragt, welche Gedanken sie dabei hatten, wie sie sich dabei gefühlt haben.

Nachbesprechung

Die Schüler waren ziemlich motiviert. Vergleicht man innerhalb ungefähr gleicher Könnensstufen, zeigte sich deutlich, dass die Mädchen mehr Augenmerk auf die Klettertechnik und das Bewegungsgefühl legten während die Burschen eher auf Schnelligkeit und Kraft setzten.

Im sozialen Umgang war ebenfalls ein Unterschied erkennbar. Die Mädchen halfen sich gegenseitig, gaben Tips und erteilten mehr Unterstützung als die Jungs.

Auf emotionaler Ebene, im Umgang mit Angst, wurde kein Ergebnis erzielt, weil die dafür notwendigen Möglichkeiten zum Üben an diesem Tag in der Halle nicht verfügbar waren.

Die Schüler gelangten zur Erkenntnis, dass die Verbindung der Komponenten Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Klettertechnik eine wesentliche Voraussetzung für jede Könnenstufe des Kletterns ist. Vor allem auf fortgeschrittenem Niveau ist der Mangel einer dieser Komponenten kaum durch eine andere kompensierbar.